Der Februar – im Dämmerlicht
Manche Monate entstehen nicht auf einmal.
Sie wachsen.
Der Februar war für mich so ein Monat.
Ich hatte einen Plan für mein Non Art Book und es kam anders.
Ich habe begonnen mit einer einfachen Seite in meinem Non-Art-Book. Oben steht nur ein Satz:
Heute bin ich.
Nicht glücklich.
Nicht stark.
Nicht traurig.
Einfach nur: Heute bin ich.
Darunter kleine Quadrate. Inchies.
Farben, Worte, Fragmente.
Ein Herz.
Ein Satz über Liebe.
Ein kleines Stück Angst.
Ein gelbes „ruhig“.
Nicht allein.
Dazwischen mein kleines Anime-Mädchen.
Das bin tatsächlich ich.
Ich habe diese Figur vor Jahren zeichnen lassen, als ich meinen Blog „Lesen im Dunkeln“ anfing. Eine Frau, die nachts liest. Neben ihr eine kleine Lampe. Um sie herum Sterne.
Sie ist geblieben.
Vielleicht, weil sie etwas beschreibt, das immer noch stimmt:
Nicht alles ist hell.
Aber irgendwo ist immer ein kleines Licht.
Während der Februar weiterging, merkte ich etwas:
Ich wollte diesen Monat nicht festlegen.
Ich konnte es auch nicht.
Also habe ich Raum gelassen.
Neben den Inchies entstand ein kleiner Text:
Heute bin ich ruhig.
Zwischen Herz und Angst.
Zwischen Farbe und Weiß.
Nicht festgelegt, aber verbunden.
Ich lasse Raum.
Und der Raum hält mich.
Und dann kam plötzlich ein Bild für diesen Monat.
Der Februar fühlt sich an wie Dämmerung.
Nicht eindeutig Tag.
Nicht eindeutig Nacht.
Ein Übergang.
Und vielleicht sogar in beide Richtungen.
Ein Teil von mir bewegt sich langsam ins Licht.
Ein anderer darf noch ruhiger werden, stiller, dunkler.
Also habe ich unten auf der Seite einen kleinen Kreis gezeichnet.
Mit Buntstiften.
Blau unten, warmes Orange oben.
Und in die Mitte nur diese Worte geschrieben:
Dämmerung in beide Richtungen.
Mehr braucht dieser Monat nicht.
Der Februar ist jetzt fertig.
Und gleichzeitig ist er es nicht.
Er wächst noch ein bisschen weiter.
In den März.