Ich stehe. Und ich halte.

Heute war einer dieser Tage, an denen so viel Kleinkram zusammenkommt, dass man kaum merkt, wie viel Kraft er eigentlich kostet.
Ein Tag voller Telefonate, Absprachen und Untersuchungen – und trotzdem einer, an dem ich mir am Ende sagen kann: Ich stehe noch. Und ich halte durch.

Der Vormittag begann organisatorisch.
Ein Anruf bei der Krankenkasse wegen der Fahrgenehmigung, wieder ein bisschen Papierkram, wieder eine dieser Fragen, die man vorher nie im Leben gebraucht hat und die plötzlich wichtig werden.

Dann ein Gespräch mit dem Taxiunternehmen „Bremer–Taxi IG“ – und dort wurde ich so freundlich aufgenommen, dass es sich fast ein wenig wie Durchatmen anfühlte. Morgen sollte also alles gut gehen.
Es sind diese kleinen Momente von Zuwendung, die gerade viel größer wirken als sonst.

Heute Mittag stand dann das CT der HWS an.
Die Routine ist schon vertraut, das Gefühl dahinter nie.
Man geht hinein, legt sich hin, atmet – und nimmt anschließend wieder dieses Warten mit nach Hause.
Warten, das gerade meinen Alltag prägt wie kaum etwas anderes.

Und während ich auf dieses neue Ergebnis warte, begleitet mich immer noch der Befund von der Hüfte. Vieles darin macht Angst.
Worte, die schwer sind.
Zahlen, die hängen bleiben.
Formulierungen, die erklären, warum ich manchmal schon weine, bevor ich ganz aufgerichtet bin.

Aber da war auch ein Satz – ein fast unscheinbarer, leicht zu übersehender:

„Kein Hinweis auf eine Stabilitätsgefährdung.“

So schlicht. So leise.
Und doch wie ein Anker mitten im Sturm.

Was er bedeutet?
Mein Becken ist verletzt, ja. Es tut weh, sehr sogar.
Aber es hält.
Es bricht nicht.
Es droht nicht einzustürzen.
Es trägt mich.

Ich darf mich bewegen. Langsam, achtsam, aber ohne die Angst, dass plötzlich etwas versagt.
Meine Schmerzen erzählen nicht die Geschichte eines Knochens, der nachgibt –
sondern die Geschichte eines Körpers, der kämpft, umbaut, heilt.

Und die Therapie, die nun beginnt, greift genau dort an.
Sie wird Ruhe hineinbringen, Struktur, Festigkeit.
Stück für Stück, so wie es mein Körper braucht.

Heute war viel.
Und trotzdem bleibt am Ende dieser eine Satz, der in meinem Kopf nachhallt wie etwas, das ich mir ab jetzt jeden Morgen zuflüstern will:

Ich bin nicht zerbrechlich.
Ich bin im Prozess.
Und ich halte.
🌿

Auch wenn der Weg wackelt – ich gehe ihn, Schritt für Schritt, und jeder Schritt trägt mich ein Stück weiter zurück ins Leben.