Was ich gerade lerne

Ich lerne gerade, dass „es geht mir gut“ viele Schichten haben kann.
Dass es nicht bedeutet, belastbar zu sein. Nicht, durchzuhalten. Nicht, wieder zu funktionieren wie früher.

Ich lerne, meine Tage anders zu messen. Nicht mehr daran, wie viel ich geschafft habe, sondern daran, ob ich gut mit mir umgegangen bin. Ob ich Pausen zugelassen habe, bevor mein Körper sie sich nehmen musste. Ob ich hingehört habe, wenn Müdigkeit oder Schmerz leise angeklopft haben.

Ich lerne, dass Erholung kein Rückschritt ist.
Dass drei Stunden Liegen zwischen zwei Alltagswegen kein Versagen sind, sondern eine Notwendigkeit. Und dass Notwendigkeit nichts mit Schwäche zu tun hat.

Ich lerne auch, ehrlicher zu antworten.
Nicht immer automatisch „gut“ zu sagen, sondern mir selbst zumindest innerlich einzugestehen, wie es wirklich ist. Vielleicht wird daraus irgendwann auch ein ausgesprochenes „es geht – aber langsam“.

Was die Arbeit betrifft, lerne ich gerade, dass die Frage nicht lautet: Wann kann ich wieder so wie früher arbeiten?
Sondern: Wie kann ein Alltag aussehen, der zu dem Menschen passt, der ich jetzt bin?

Die Antworten kommen nicht sofort.
Aber ich habe Zeit. Und Pausen. Und ein wachsendes Vertrauen, dass es einen Weg gibt, der nicht gegen meinen Körper geht, sondern mit ihm.

Heute lerne ich:
Langsam ist nicht das Gegenteil von vorwärts.