Zwischen Angst und Vertrauen: ein Körper in Bewegung
Vor ein paar Tagen:
Am Anfang war da Angst.
Keine leise, sondern diese sofort präsente, laute Angst, die alles überlagert.
Der Schmerz kam.
Seitlich im unteren Rücken, zog in die Flanke.
Dann Gesäß. Dann Oberschenkel.
Er wechselte den Ort, blieb aber präsent genug, um meine Aufmerksamkeit komplett an sich zu ziehen.
In meinem Kopf liefen die bekannten Schleifen:
Was ist das jetzt schon wieder?
Warum tut das so weh?
Was, wenn es mehr ist als „nur“ ?
Ich habe jede Veränderung gespürt.
Jede Nacht mit Lagerungswechseln.
Jede Bewegung, die sich anders anfühlte als sonst.
Und ja – das hat mir Angst gemacht.
Nicht nur der Schmerz an sich, sondern das Nicht-Einordnen-Können.
Über die Tage hat sich etwas verändert.
Nicht schlagartig. Nicht spektakulär.
Sondern leise.
Der Schmerz blieb nicht an einem Punkt.
Er wanderte.
Mal war er im Gesäß, dann im oberen Oberschenkel, dann wieder seitlich im Rücken – wie auf einer Linie.
Und irgendwann merkte ich:
Das fühlt sich nicht mehr nach Eskalation an.
Es fühlt sich nach Arbeit an.
Bewegung machte es eher weicher.
Wärme tat gut.
Druck von außen nahm Schärfe raus.
Sitzen war möglich. Laufen fühlte sich freier an.
Das Entscheidende war nicht, dass der Schmerz weg war.
Sondern, dass er seine Bedrohlichkeit verlor.
Ich begann zu verstehen:
Ein wandernder Schmerz ist kein festgefahrener.
Ein Körper, der reagiert, ist ein Körper, der lebt und sich sortiert.
Die Angst wurde leiser, je mehr ich merkte:
Hier passiert etwas – aber nichts Gefährliches.
Hier arbeitet etwas – nicht gegen mich, sondern für mich.
Heute fühlt sich mein Körper steif an.
Nicht schmerzfrei, nicht leicht.
Aber ruhig.
Und vor allem:
Der Schmerz macht mir gerade etwas weniger Angst.
Vielleicht ist genau das der wichtigste Schritt:
Nicht sofort schmerzfrei zu sein.
Sondern wieder Vertrauen zu fassen.