Antje ist heute aufs Rad gestiegen

Antje ist heute aufs Rad gestiegen

Heute war ein typischer Tag.

Lymphdrainage.
noch paar Farben bei Gerstaecker.
Sonne.
Regen.

Und irgendwo dazwischen passierte etwas, das vielleicht nur fünf Minuten gedauert hat – aber sich größer anfühlt.

Heute ist Antje aufs Rad gestiegen.

Fünf Minuten.
Nicht mehr.

Ich habe auf das Display geschaut:
5:03 Minuten.
125 Watt.
2,2 Kilometer.

Klingt nach nichts.

Für mich war es ziemlich viel.

Denn in den letzten Wochen hat meine Hüfte das Leben ziemlich bestimmt. Gehen geht – aber jeder Schritt erinnert mich daran, dass da etwas ist.

Also vorsichtig aufs Rad gesetzt.

Erste Umdrehung.

Noch eine.

Und noch eine.

Und dann fiel mir auf:
Die Hüfte meldet sich gar nicht.

Stattdessen brannten irgendwann meine Oberschenkel. Besonders der rechte.

Ein ehrliches Muskelbrennen.
Das kenne ich noch von früher.

Und ich musste ein bisschen lachen.

Denn genau so fühlt sich Bewegung an, wenn sie einfach nur Bewegung ist – und kein Kampf gegen Schmerzen.

Radfahren hat übrigens einen kleinen biomechanischen Trick.

Beim Gehen landet bei jedem Schritt das komplette Körpergewicht auf einer Hüfte. Der Körper muss das abfangen. Immer wieder.

Beim Radfahren passiert das nicht.

Man sitzt.
Das Gewicht verteilt sich.
Die Beine bewegen sich rund.

Keine Stoßbelastung.
Keine harten Schritte.

Nur Kreise.

Vielleicht war es deshalb so ruhig in meiner Hüfte.

Fünf Minuten sind kein Training.

Aber manchmal sind fünf Minuten ein Anfang.

Und vielleicht geht es genau darum gerade.

Nicht um große Strecken.

Sondern um kleine Bewegungen zurück ins Leben.

Heute waren es fünf Minuten.

Und ein paar ziemlich stolze Oberschenkel.