Der Soundtrack meines Lebens
Teil 1 - denn ich glaube das ich über dieses Thema noch mehr nachdenken muss.
Manchmal glaube ich, unser Leben hat einen Soundtrack.
Nicht einen einzigen großen Song.
Sondern viele kleine.
Lieder, die plötzlich wieder auftauchen und einen zurückbringen.
In eine Zeit.
Zu einem Gefühl.
Zu einer Version von sich selbst.
Ich glaube bei mir beginnt dieser Soundtrack irgendwo zwischen Deutschrap und Punk.
Fünf Sterne Deluxe. Beginner. Torch.
Texte, die spielerisch waren, klug und manchmal überraschend tief.
Musik, die man nicht nur gehört hat – man hat ihr zugehört.
Dann kam der Punk.
Feine Sahne Fischfilet, Donots, ZSK, später auch Swiss.
Laut. Direkt. Haltung.
Das Album Sturm & Dreck von Feine Sahne traf mich irgendwann besonders.
Der Song „Suruç“ – für mich eine Granate.
Ein Lied voller Wut, Trauer und Erinnerung.
Und irgendwo zwischen all dem gab es diese andere, leisere Seite.
Tomte.
Das Album Buchstaben über der Stadt.
Und dieser Song: „Ich sang die ganze Zeit von dir“.
Viele hören darin ein Liebeslied.
Für mich war es immer etwas anderes.
Ein Lied über Wege.
Schau, wo du bist.
Schau, wo du warst.
Sieh deinen Weg.
Dann gab es noch diese Abzweigungen.
Caliban mit voller Wucht.
Musik, die alles rauslässt, was Worte manchmal nicht können.
Turbostaat mit Texten, die sich eher wie Literatur anfühlen.
Und dann gibt es diese eine Erinnerung.
Eine Autofahrt nach Hamburg.
Meine Beziehung damals ziemlich angeschlagen.
Manchmal merkt man ja, wenn Dinge anfangen zu kippen.
Auf dieser Fahrt kam sie dann – die große Aussprache.
Ehrlich. Offen. Ohne Ausweichen.
Am Ende dieser Fahrt stand ein Konzert von Blackmail im Molotow.
Ein kleiner Club.
Zu viele Menschen.
Die Luft heiß. Der Schweiß tropfte von der Decke.
Wir standen mitten im Pogo.
Haben getanzt. Gelacht. Alles rausgelassen.
Und irgendwann lief „Moonpigs“.
Seit diesem Abend ist dieser Song für mich mehr als Musik.
Er ist Erinnerung.
An eine Fahrt.
An ein Gespräch, das etwas gerettet hat.
An einen Moment, in dem plötzlich wieder klar war:
Wir sind noch da.
Vielleicht ist das das Schönste an Musik.
Sie begleitet uns nicht nur durch unser Leben.
Sie sammelt unsere Geschichten.
Und manchmal reicht ein einziger Song,
um sich selbst und den eigenen Weg wieder ein Stück klarer zu sehen.