Ich schiebe nicht. Ich kreise.
Heute war ich wieder bei der Psychologin.
Diese Termine sind komisch, interessant.
Schön und anstrengend gleichzeitig.
Wie ein gutes Gespräch, das noch lange nachhallt.
Ganz am Anfang hat sie mir mal einen Zettel mitgegeben.
So ein Blatt, das eigentlich gar nicht viel will –
und genau deshalb so viel auslöst.
Darauf stehen Worte:
ich muss
ich soll
ich darf
ich kann
ich will
Und ich… schiebe ihn immer wieder vor mir her.
Nicht, weil ich ihn vergessen habe.
Sondern weil ich ihn sehr gut kenne.
Ich merke nämlich etwas.
Ich trickse mich selbst aus.
Wenn irgendwo ein „ich muss“ auftaucht,
dann kommt ganz schnell ein Gedanke hinterher:
„Ach… das will ich ja auch.“
Und zack – fühlt es sich leichter an.
Oder zumindest weniger eng.
Aber so richtig stimmt das gar nicht.
Ich vermische da etwas.
Ein Müssen wird zu einem Wollen.
Ein Sollen klingt plötzlich wie eine Entscheidung.
Und irgendwo dazwischen verliere ich den Überblick.
Und dann sitze ich da
und denke:
Warum ist das eigentlich so schwer?
Warum kann ich das nicht einfach auseinanderhalten?
Vielleicht,
weil ich gar nicht schiebe.
Vielleicht kreise ich.
Um Erwartungen.
Um Verantwortung.
Um das Bild davon, wie ich sein möchte.
Und irgendwo in diesem Kreis sitzt ein kleines „ich will“
und ist gar nicht so laut,
wie die anderen Stimmen.
Ich habe heute gesagt,
dass ich mich dem Thema widmen werde.
Und während ich das gesagt habe,
wusste ich schon:
Es wird mal wieder anders.
Ich werde es aufschreiben.
So wie ich es immer mache.
Ein bisschen ehrlich.
Ein bisschen durcheinander.
Ein bisschen ich.
Vielleicht ist genau das mein Anfang.
Nicht klar zu wissen,
was ich will.
Sondern überhaupt erst zu merken,
wie oft ich es überhöre.
Und vielleicht reicht das für heute.
💛