Kopf hoch und Schritt für Schritt
Gestern war alles ein bisschen viel.
Die Kurve hoch, die Energie plötzlich da – und ich habe sie genutzt. Vielleicht zu sehr. Heute hing ich dafür mächtig in den Seilen. Ich war müde, brauchte viele Pausen, alles fühlte sich schwer an. Aber: ich bin aufgestanden. Ich war draußen. Und ich habe zwei wundervolle Gespräche geführt – mit meinem Mann und seiner besten Freundin.
Und als wäre das nicht schon warm genug für ein Herz, das gerade viel trägt, brachte sie mir ein kleines Geschenk mit.
Man muss dazu sagen: während meiner Chemozeit schenkte sie mir damals „Frau Aguantar – die Kraftgeberin“. Eine Figur, die mich durchgetragen hat, wenn ich selbst kaum wusste, wie ich weitermachen soll.
Und heute stand sie wieder vor mir – diesmal mit „Frau Stroomtaal – der Kopf-hoch-Halterin“.
Eine so kleine Geste. Und gleichzeitig so groß. Etwas, das ich ansehen, in die Hand nehmen, mitnehmen kann. Etwas, das sagt: Du schaffst das. Auch diesen Weg.
Zwischendrin hatte ich heute noch einen bedeutenden Moment:
Ich habe meine beiden zukünftigen Begleiter aus der Apotheke geholt – Faslodex und Kisqali. Und ja… ich freue mich irgendwie darauf, wenn es endlich losgeht. Nicht, weil Therapie schön ist. Sondern weil es gut tut, wieder aktiv etwas tun zu können. Endlich nicht nur warten, sondern handeln.
Gestern war viel.
Heute war schwer.
Aber beides gehört gerade zu meinem Weg.
Manchmal zeigt sich Stärke nicht im perfekten Tag, sondern darin, dass wir auch an den schweren Tagen aufstehen – und die kleinen Gesten finden, die uns halten.