Manchmal ist einfach alles zu viel

Manchmal ist einfach alles zu viel

Gestern und vorgestern war mir einfach alles zu viel.
Seit dem Wochenende habe ich starke Schluckschmerzen. Nichts geht mehr ohne Schmerzen, nichts rutscht einfach so runter. Essen wurde zur Qual – also habe ich es am Sonntag und Montag kurzerhand ganz gelassen. Keine gute Idee, aber in dem Moment ging es einfach nicht anders.

Die Ärztin in der Strahlenklinik war sehr klar: Wenn es gar nicht mehr geht, müssen wir Sie stationär aufnehmen.
Und ich habe geantwortet: Ich bekomme das irgendwie wieder hin.

Also gab es gestern einen Plan.
Fresubin im Multipack.
Eine Mundspüllösung mit Lidocain.
Ibuprofen-Saft, um Entzündung und Schmerzen zumindest ein bisschen abzufangen.

Und wieder einmal hat sich gezeigt, wie unglaublich dieses Team der Strahlenklinik am Klinikum Bremen-Mitte ist. Ich fühle mich dort so gut aufgehoben. Gesehen. Ernst genommen. Empathisch.

Als sie merkten, dass es mir gestern wirklich nicht gut ging, waren sie sofort da.
Ganz nah.
Hilfestellung bei allem, was ich theoretisch auch alleine kann – und trotzdem tat genau das meiner Seele unendlich gut. Dieses Gesehenwerden. Dieses stille „Wir sind da.“

Zum Schluss kam noch einmal ein Kollege vorbei, hob zwei Finger und sagte nichts weiter.
Noch zwei.
Mehr brauchte es nicht, um mir doch ein kleines Lächeln abzuringen.

Heute klappt alles ein klein wenig besser.
Ich kann minimal essen und trinken.
Ein ungetoastetes Toast mit Teewurst habe ich geschafft – okay, der Hund hat ein bisschen geholfen.
Dazu eine halbe Flasche Fresubin.

Und morgen ist es dann so weit: die letzte Bestrahlung.
Ein Gedanke, der gerade noch vorsichtig ist – aber trotzdem schon ein kleines Licht trägt.

Manchmal reicht es, nicht stark zu sein, sondern einfach weiterzugehen – Schritt für Schritt, bis es wieder leichter wird.

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