Stabil ist kein Stillstand

Stabil ist kein Stillstand

Heute war einer dieser Termine, die sich erst nach und nach setzen.
Nicht, weil etwas Dramatisches passiert ist.
Sondern weil etwas nicht passiert ist.

Kein Fortschreiten.
Keine neuen Metastasen.
Stabil.

Und plötzlich merkt man:
Stabil ist nicht „nichts“.
Stabil ist ein verdammt gutes Ergebnis.

Die Bilder zeigen Dinge, die man erstmal falsch verstehen könnte.
Veränderungen im Knochen. Stellen, die größer wirken.
Früher hätte ich wahrscheinlich sofort gedacht: Mist.

Heute weiß ich es für mich besser.
Pseudoprogress.

Ein Wort, das erstmal sperrig klingt.
Aber eigentlich bedeutet es:
Da passiert was.
Der Körper arbeitet.
Therapie greift.
Umbau. Heilung. Reaktion.

Es sieht schlimmer aus –
und ist in Wirklichkeit ein Zeichen, dass sich etwas bewegt.

Irgendwie passt das ziemlich gut zu mir.

Und irgendwo zwischen all dem warst du, liebe Elke.
Still, selbstverständlich, an meiner Seite.
So wie schon so oft.

Es ist nicht laut.
Nicht dramatisch.
Aber es macht einen Unterschied, der sich kaum in Worte fassen lässt.

Ein bisschen weniger allein.
Ein bisschen mehr Halt.
Einfach da.

Danke dafür. 🤍

Ich habe das Gefühl, dass sich etwas verschiebt.
Die Schmerzen verändern sich.
Ich komme wieder mehr ins Gehen.
Ich bin nicht mehr nur im Aushalten –
ich bin wieder ein bisschen im Gestalten.

Nicht jeden Tag gleich.
Nicht alles leicht.
Aber spürbar anders.

Die Lunge?
Passt zur Erkältung.
Nichts, was gerade laut schreit.

Aber dieser kleine Satz bleibt hängen:
Achte auf dich.
Fieber. Atemnot.
Einfach im Hinterkopf behalten.
Stichwort Pneumonitits.

Und ja – auch das gehört dazu.
Dieses Leben zwischen Vertrauen und Wachsamkeit.

Die Therapie pausiert noch ein paar Tage.
Nicht aus Angst.
Sondern aus Vernunft.

Erst gesund werden.
Dann weitermachen.

Und auch das fühlt sich irgendwie neu an.
Früher war ich oft im „Augen zu und durch“.
Jetzt lerne ich, dass Pausen kein Rückschritt sind.
Sondern Teil des Weges.

Was bleibt also von heute?

Kein Jubelschrei.
Aber auch kein Einbruch.

Sondern dieses leise, feste Gefühl:

Ich bin noch da.
Mein Körper arbeitet.
Und wir gehen das hier weiter –
Schritt für Schritt.

Und das ist genau alles, was zählt.