Yuki. Neun Jahre. Und genau richtig.

Yuki. Neun Jahre. Und genau richtig.

Yuki kommt aus Rumänien.
Aus dem Tierschutz.
Was sie dort erlebt hat, wissen wir nicht im Detail – nur, dass ihr Leben irgendwann eine Wendung nahm. Weg von Unsicherheit, hin zu einem Zuhause. Zu uns.
Heute ist sie neun Jahre alt.
Und war diese Woche beim Tierarzt.

Die kurze Version:
Sie ist fit.
Sie soll ein kleines bisschen abspecken.
Und sie wurde geimpft.

Die längere Version – und die ist mir wichtiger – erzählt von einem Hund, der angekommen ist. Nicht nur bei uns, sondern auch bei sich selbst.

Gewicht, Gramm und Geduld

An der Gewichtsreduzierung arbeiten wir seit gut zwei Jahren.
Nicht radikal. Nicht schnell.
Sondern stetig. Manchmal nur in Gramm. Sie ist mittelgroß. Neun Jahre alt.
Kein junger Hund mehr – aber auch keiner, den man „schonen“ müsste, indem man ihm alles nimmt, was Freude macht. Ihr Futter wird individuell berechnet.
Ihre Bewegung ist frei.
Und ihr Körper darf sagen, was geht – und was nicht.
Ich habe gelernt:
Bei ihr ist Halten oft genauso wertvoll wie Abnehmen.
Ein bisschen Reserve ist kein Fehler, sondern Schutz. Für Gelenke. Für schlechte Tage. Für das Leben.

Unsere Spaziergänge

Einmal am Tag gehen wir eine große Runde in freier Natur.
Ohne Leine.
Yuki entscheidet das Tempo. Wenn sie schnüffelt, warte ich.
Wenn sie zurückbleibt, warte ich.
Wenn sie plötzlich losrennt wie ein Junghund, dann lasse ich sie – und plane danach nichts mehr. Diese Momente, in denen sie rennt, sind kein „Zuviel“.
Sie sind Lebensfreude.
Vor allen weil sie dies noch garnicht so lange macht. Und die großen Ruhephasen danach sind kein Problem,
sondern genau das, was sie in ihrem Alter braucht. Morgens und abends kommen noch kleinere Runden dazu.
Routinen. Sicherheit. Gelenkschmierung. Nähe.

Älter werden – leise, nicht dramatisch

Ich habe mich viel mit dem Thema beschäftigt in letzter Zeit.
Was ist normal?
Was ist Alter?
Was ist ein Warnzeichen – und was einfach nur ein anderes Tempo?Yuki steht manchmal etwas langsamer auf.
Sie läuft sich ein.
Sie schläft mehr. Aber sie entscheidet selbst.
Und das ist vielleicht das größte Geschenk.
Ein Hund, der gelernt hat, auf sich zu hören, hat wahrscheinlich viel richtig gemacht – oder endlich Menschen gefunden, bei denen er das darf.

Zoomies, Schnüffeln und Vertrauen

Wenn Yuki heute rennt, dann nicht kopflos.
Sie stoppt von selbst.
Sie sucht weite Kurven.
Und dann ist sie hinterher auch einfach müde. Das ist kein Zeichen von Überforderung.
Das ist ein Zeichen von Sicherheit.
Für mich bedeutet es: Ein Hund, der aus dem Tierschutz kommt und sich so frei bewegt,
zeigt: Ich bin hier sicher. Ich darf ich sein.

Und vielleicht ist das alles, was zählt

Nicht perfekte Werte.
Nicht perfekte Zahlen.
Nicht perfekte Hunde.
Sondern ein Hund, der:
frei laufen darf
gehört wird
Pausen bekommt
alt werden darf, ohne optimiert zu werden

Yuki ist kein Projekt.
Sie ist ein Wesen mit Geschichte.Und ich glaube, sie ist gerade genau da, wo sie sein soll. Sie ist ein wundervoller Hund, der einfach auch gut zu uns passt und der hier sein darf, wie er möchte.

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