Zwischen Paganini und Punk – meine musikalischen Wege
wie schon gedacht, kommt hier Teil 2 zum Thema Musik.
Musik gehörte schon immer zu meinem Leben, das wird auch in diesem Beitrag einmal mehr als deutlich.
Sie war nie nur nebenbei. Nie nur als Hintergrund.
Sondern als etwas, das mich begleitet – durch Zeiten, durch Gefühle, durch Erinnerungen.
Wenn ich heute zurückblicke, merke ich: Mein Leben hat eigentlich einen Soundtrack.
Ganz am Anfang stand etwas, womit viele vielleicht nicht rechnen würden: Klassik.
Ich liebte Paganini. Und die Oper Hänsel und Gretel.
Vielleicht, weil ich selbst Violine spielte. Über sechs Jahre lang.
Ich erinnere mich noch an dieses Gefühl:
den Bogen in der Hand, die Spannung der Saite, den Moment, wenn ein Ton wirklich trägt. Musik war damals etwas sehr Greifbares. Etwas, das man selbst entstehen lassen konnte.
Später, Mitte der 80er, kam eine ganz andere Welt in mein Leben.
Gitarren, große Refrains, große Gefühle.
Bon Jovi.
Slippery When Wet.
New Jersey.
Diese Musik hatte dieses Versprechen von Freiheit. Von Aufbruch. Von „alles ist möglich“.
Die 90er bekamen ihren ganz eigenen Klang.
Für mich war das vor allem deutscher Hip-Hop.
Torch mit Blauer Samt.
Advanced Chemistry mit Fremd im eigenen Land.
Absolute Beginner.
Massive Töne.
Freundeskreis.
Diese Musik hatte Worte, die hängen blieben. Texte, die etwas erzählten.
Musik, die mehr war als nur Rhythmus.
Und irgendwo dazwischen tauchte plötzlich auch Eminem auf.
The Slim Shady LP.
Eine ganz andere Energie. Wild, roh, manchmal unbequem – aber genau deshalb faszinierend.
Und dann gab es eine Band, die wieder eine völlig andere Tür öffnete:
Rosenstolz.
So viel Gefühl, so viel Melancholie und gleichzeitig so viel Stärke in diesen Liedern.
In den frühen 2000ern wurde es dann lauter. Härter.
Metal zog in meine Playlist ein.
Nightwish.
Caliban.
Und danach dieser ganz eigene deutschsprachige Indie-Kosmos:
Tomte.
Turbostaat.
Kettcar.
Muff Potter.
Blackmail.
Bands, die Texte schreiben konnten, die man nicht nur hört, sondern fühlt.
Und manchmal sind es genau diese Bands, die sich für immer mit einer Erinnerung verbinden.
Mit einer Autofahrt.
Mit einem Gespräch.
Mit einem Abend, der irgendwie alles verändert.
Später wurde es noch punkiger.
Feine Sahne Fischfilet.
Donots.
Swiss & Die Andern.
ZSK.
Pascow.
Deutschpunk.
Laut. Direkt. Ehrlich.
Heute höre ich Musik eigentlich quer durch alles.
Manchmal brauche ich ruhige Töne –
dann laufen Billie Eilish oder Adele.
Und manchmal muss Musik einfach laut sein.
Rising Insane – besonders Porcelain. Für mich ein ganz großes Stück Musik.
Aber auch Umse und Juse Ju haben hier noch ihre Laufzeiten.
Was ich über all die Jahre gemerkt habe:
Musik verändert sich mit mir.
Die Bands wechseln.
Die Genres auch.
Aber Musik selbst bleibt.
Sie begleitet mich durch Zeiten, durch Gespräche, durch Krisen und durch glückliche Momente.
Manchmal rettet sie einen durch einen Tag.
Manchmal durch eine ganze Phase im Leben.
Vielleicht ist Musik deshalb so besonders.
Weil sie nicht nur Klang ist.
Sondern Erinnerung.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum bestimmte Lieder reichen, um mich in Sekunden zurück an einen bestimmten Ort zu bringen.
Zu einem Menschen.
Zu einem Gefühl.
Zu einem Moment, der nie ganz verschwunden ist.
Unser Leben hat einen Soundtrack.
Man muss nur genau hinhören.