Zwischen Pause und Fragen
Heute ist der zweite Tag der Kisqali-Pause.
Mein Körper ist müde. Diese tiefe, leise Müdigkeit, die nicht unbedingt Schlaf braucht, sondern Nachsicht. Meine Augen sind trocken, schwer, wollen sich immer wieder schließen – als würde es für heute reichen.
Die Nächte sind erstaunlich okay. Ich schlafe durch, relativ erholsam sogar. Dafür meldet sich der Körper tagsüber anders: muskuläre Beschwerden, ein Ziehen, ein Erinnern daran, dass hier gerade viel passiert. Mit Bewegung lässt sich das gut begleiten – nichts Dramatisches, nichts Unführbares. Eher ein vorsichtiges Mitgehen, kein Kämpfen.
Psychisch ist es… wechselhaft.
Es gibt diese Momente, in denen ich zuversichtlich bin. In denen ich denke: Ich schaffe das. Ich bin auf einem Weg.
Und dann gibt es die anderen Augenblicke. Die stillen. Die schweren. Die, in denen Traurigkeit plötzlich da ist und Fragen aufwirft, auf die es keine schnellen Antworten gibt. Fragen nach dem Sinn. Nach dem Warum. Nach dem Wofür.
Vielleicht gehört auch das zur Pause.
Nicht nur das Aussetzen der Tabletten, sondern auch das Zulassen all dessen, was sich sonst zwischen Terminen, Routinen und Funktionieren versteckt. Heute ist kein Tag für Lösungen. Heute ist ein Tag fürs Dasein. Für Müdigkeit. Für Zweifel. Und für die leise Hoffnung, dass auch dieses Auf und Ab Teil des Heilens ist.
Ich bleibe da.
Schritt für Schritt.