Gesundheitsupdate – Manchmal braucht ein Puzzle einfach etwas länger
In den letzten Wochen war es hier ungewöhnlich still. Nicht, weil nichts passiert ist. Sondern weil ich selbst erst einmal verstehen musste, was eigentlich gerade passiert.
Seit einigen Wochen begleiten mich starke Rückenschmerzen auf der linken Seite. Anders als damals die Beschwerden auf der rechten Seite. Sie kamen plötzlich, fühlten sich mechanisch an und ließen mich immer wieder zweifeln: Ist das "nur" der Rücken? Ist es das ISG? Oder steckt doch wieder der Tumor dahinter?
Vor einigen Tagen bekam ich den aktuellen MRT-Befund. Ehrlich gesagt hat er mich zunächst ziemlich aus der Bahn geworfen. Dort wurden Veränderungen im Bereich von LWK 4 und LWK 5 beschrieben sowie Auffälligkeiten am linken Kreuzbein. Mein erster Gedanke war natürlich: Hat die Therapie aufgehört zu wirken?
Zum Glück folgte kurz darauf das Gespräch mit meinen behandelnden Ärzten und auch das das Staging in Form von CT.
Alle alten und neuen Bilder wurden mit einander verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass LWK 4 wohl bereits im CT vom März auffällig gewesen war, damals aber nicht eindeutig zugeordnet wurde. Das aktuelle CT zeigt nun erfreulicherweise eine Stable Disease – also eine stabile Erkrankung unter der laufenden Therapie. Es wurden keine neuen Metastasen und keine neuen Osteolysen beschrieben. Für mich war das eine große Erleichterung.
Trotzdem bleibt die Frage nach den Schmerzen.
Sowohl meine Onkologen als auch meine Orthopädin sehen einen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und den Veränderungen im Bereich des Kreuzbeins beziehungsweise der Lendenwirbelsäule. Im MRT wird eine kleine, stabile (nicht verschobene) Fraktur im Bereich des linken Kreuzbeins beschrieben. Auch meine Orthopädin hält genau diese Region – zusammen mit den Veränderungen an LWK 4 und 5 – für die wahrscheinlichste Ursache meiner Beschwerden.
Cortisoninjektion wird hier nicht helfen und ist auf Grund der Metastasen dort auch nicht wirklich sinnvoll. Stattdessen empfiehlt sie, wenn die Strahlentherapeuten eine Bestrahlungvorschlagen, diese anzunehmen, um die schmerzhafte Region zu beruhigen. Parallel dazu werden wir mit Akupunktur starten, um die Beschwerden und den Körper zusätzlich zu unterstützen.
Ich merke, wie gut es tut, endlich einen Plan zu haben.
Natürlich sind die Schmerzen noch da. Und natürlich bleibt immer eine gewisse Unsicherheit. Aber aus dem diffusen Gefühl "Irgendetwas stimmt nicht" ist inzwischen eine deutlich konkretere Fragestellung geworden. Das nimmt der Situation ein Stück weit ihren Schrecken.
Im Moment bin ich vor allem dankbar für zwei Dinge:
Dass die aktuelle Therapie weiterhin wirkt.
Und dass ich das Gefühl habe, den Rückenschmerzen nicht mehr völlig hilflos gegenüberzustehen.
Jetzt heißt es Schritt für Schritt weitergehen – und der Hoffnung, dass bald wieder mehr gute Tage als schlechte kommen.