Ich habe Krebs.

Ich habe Krebs.

Ich habe metastasierten Brustkrebs.

Aber ich bin so viel mehr als diese Krankheit.

Ich bin Mutter. Freundin. Ehefrau. Liebhaberin.
Ich bin kreativ, neugierig, ganz oft chaotisch und immer voller Ideen.

Ich schreibe gern.
Ich zeichne.
Ich lese.
Ich lerne gerade stricken – Masche für Masche.
Ich spiele Gitarre und ich singe.
Ich werkel im Garten, bis mir irgendwann alles wehtut.
Ich liebe Spaziergänge mit meinem Hund.
Ich liebe das Meer. Die Küste. Den Wind im Gesicht und dieses raue Wetter, bei dem andere lieber drinnen bleiben.

Ja, Krebs gehört zu meinem Leben.
Und ja, metastasiert bedeutet, dass er bleiben wird.
Vielleicht mal ein bisschen kleiner.
Und irgendwann auch größer.

Aber eines ist klar, er bekommt nicht mein ganzes Leben.

Er ist eine Diagnose in meiner Akte.
Er ist Therapien, Termine, Medikamente, Nebenwirkungen und ganz oft auch Angst.
Aber er ist nicht meine Persönlichkeit.
Nicht meine Liebe.
Nicht meine Kreativität.
Nicht meine Neugier.
Nicht mein Lachen.
Nicht meine Träume.

Ich darf krank sein und trotzdem leben.
Ich darf erschöpft sein und trotzdem Pläne machen.
Ich darf Angst haben und trotzdem glücklich sein.
Ich darf über Krebs sprechen – und fünf Minuten später völlig begeistert über Wolle, Bücher, Musik oder das Meer.

Vielleicht ist genau das mein Leben mit metastasiertem Brustkrebs:

Nicht nur irgendwie Zeit überstehen.

Sondern diese Zeit mit mir selbst füllen.

Mit Menschen, die ich liebe.
Mit Musik.
Mit Geschichten.
Mit Farbe.
Mit Wolle auf den Nadeln.
Mit Erde unter den Fingernägeln.
Mit Hundepfoten neben mir.
Mit Wind im Haar und Salz in der Luft.

Ich habe Krebs.
Aber Krebs hat nicht mich.

Ich bin Antje.
Und ich bin verdammt viel mehr als eine Diagnose. ❤️

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