Zwischen Blüten und Grenzen

Zwischen Blüten und Grenzen

Drei Tage Garten.
Mal mehr, mal weniger. Mal leicht, mal schmerzhaft.

Ich habe mich treiben lassen zwischen dem, was ging – und dem, was eben nicht ging.
Habe geharkt, gezupft, gesetzt. Rasen gemäht, Moos entfernt. Erde unter den Fingern gespürt und diesen ganz eigenen Rhythmus wiedergefunden, den nur der Garten kennt.

Und dazwischen: immer wieder stehen geblieben.

Beobachtet.
Bienen, die sich fast schwerfällig von Blüte zu Blüte tragen. Hummeln, die zielstrebig wirken und doch so sanft sind. Ameisen, die unbeirrt ihre Wege gehen. Kleine Käfer, die irgendwo auftauchen, wo man sie gar nicht erwartet hat.

So viel Leben auf so kleinem Raum.

Die ersten Blüten öffnen sich.
Und mit ihnen kommt dieser Gedanke, der jedes Jahr wieder auftaucht:
Wie wird unser Honig wohl dieses Jahr schmecken?

Süßer? Kräftiger?
Oder einfach genau so, wie dieser Frühling sich anfühlt?

Es sind diese kleinen Momente, die bleiben.
Nicht die To-do-Liste. Nicht das, was „noch gemacht werden müsste“.
Sondern das Dazwischen.

Das Sitzen.
Das Schauen.
Das Durchatmen.

Am Montag war Therapie.
Ich habe sie gut vertragen – zumindest was „gut“ gerade eben bedeutet.
Ein dickes Hämatom erinnert mich daran, dass da mehr passiert, als man von außen sieht.

Und gestern…
der Wind ist raus.

Der Körper sagt leise, aber bestimmt:
Jetzt nicht mehr.

Keine Kraft für Arbeit. Keine Energie für Funktionieren.
Nur dieses Gefühl von Leersein, von Nachlassen, von… Pause.

Und vielleicht ist genau das auch ein Teil davon.

Nicht nur das Tun.
Sondern auch das Annehmen.

Dass nach drei Tagen draußen, voller Leben, voller Bewegung, voller Eindrücke –
ein Tag kommt, der stiller ist.

Ein Tag, an dem nichts wachsen muss.
Außer vielleicht ein kleines bisschen Verständnis für sich selbst.