Honigernte Standort 2

Honigernte Standort 2
Bild mit KI und eigenen Vorgaben erstellt

Noch vor Sonnenaufgang geht es heute zu Standort zwei. Die Honigräume müssen abgeräumt werden.
Und ehrlich?
Nach dem heftigen Sturm vorgestern Abend wussten wir nicht so ganz, was uns dort erwarten würde. Liegt vielleicht ein Baum quer? Müssen wir erst Äste wegräumen oder den Weg freischneiden?
Aber manchmal empfängt einen der Morgen sanfter als gedacht.

Nebel liegt über der Streuobstwiese. Die Pferde stehen still auf der Koppel, fast wie gemalt. Unser Hund genießt den ersten Spaziergang des Tages und irgendwo zwischen all dem beginnt langsam der Himmel heller zu werden. Solche Momente sind es, die man nicht planen kann. Sie sind einfach da. Kurz. Still. Besonders.

Und die Bienen?
Die haben wunderbar mitgespielt. Sie hatten sich größtenteils aus den Honigräumen zurückgezogen, sodass das Abräumen heute schnell ging.

Beim späteren Schleudern ist der Hund dann allerdings nicht mehr dabei. So gemütlich und familiär sich vieles anfühlt – Honig bleibt ein Lebensmittel. Entsprechend gibt es einiges zu beachten und einzuhalten.

Die eigentliche Arbeit hat es ohnehin in sich.

Die Honigräume sind voll. Und schwer. Wirklich schwer. Sie müssen von den letzten Bienen befreit und dann zum Auto getragen werden. Eine Arbeit, bei der ich inzwischen nicht mehr aktiv mithelfen kann. Und trotzdem bin ich dabei. Unterstütze dort, wo es mir möglich ist. Anders als früher vielleicht. Aber eben immer noch mittendrin.

Das Schleudern selbst beginnt mit dem Entdeckeln. Die feine Wachsschicht auf den Waben muss herunter, damit der Honig später fließen kann. Monotone Arbeit. Belastend für die Handgelenke. Aber tatsächlich schon immer mein Part bei der Ernte gewesen. Und einer, den ich auch heute noch übernehmen kann.

Danach wandern die Waben in die Schleuder. Mein Mann kurbelt, die Waben werden gedreht und erneut geschleudert. Und unten läuft er dann langsam heraus: goldgelber Honig.

Irgendwie ist das jedes Mal wieder faszinierend.

Und sobald alles fertig ist?
Direkt sauber machen. Sofort. Sonst lockt man Ameisen an oder löst im schlimmsten Fall eine Räuberei aus, weil plötzlich jedes Volk denkt, irgendwo gäbe es kostenlos Honig.

Wir haben heute noch darüber gesprochen, wie wir die Honigernte eigentlich finden.

Unser gemeinsames Fazit?
Es gibt definitiv angenehmere Arbeiten.

Das Ergebnis ist toll. Keine Frage. Dieses Glas Honig später in den Händen zu halten, macht stolz. Aber die Arbeit dahinter ist körperlich anstrengend, klebrig, schwer und manchmal auch einfach nervig.

Und trotzdem machen wir es nun schon im vierten Jahr.

Vielleicht genau wegen dieser Mischung aus Natur, Handwerk, gemeinsamen Momenten und diesem kleinen bisschen Stolz, wenn unten aus der Schleuder langsam das Gold fließt.

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