Wo ich geblieben bin?
Falls sich jemand fragt, warum es hier gerade etwas ruhiger geworden ist ...
Keine Sorge. Ich bin nicht verschwunden. Ich habe lediglich eine neue Obsession gefunden. 🧶😂
Vor nicht einmal zwei Monaten habe ich beschlossen, Stricken zu lernen. So richtig. Mit Nadeln. Mit Wolle. Mit allem, was dazugehört.
Damals dachte ich noch ganz naiv:
"Ach, ich stricke einfach mal einen Loop."
Ein Loop. Rechte Maschen. Nichts Kompliziertes.
Nun ja.
Heute besitze ich mehr Anleitungen als fertige Strickstücke, habe mehrere Projekte auf meiner Wunschliste, plane den Besuch einer Wollmesse und diskutiere ernsthaft über Farbverläufe, Beilaufgarne und die Unterschiede zwischen Salbei, Lavendel und Altrosa.
Mein erster Loop ist übrigens immer noch auf den Nadeln.
Aber dafür habe ich bereits Wolle für Projekte gekauft, die vermutlich irgendwann zwischen diesem Sommer und dem Renteneintritt fertig werden.
Ich ertappe mich inzwischen dabei, nachts wach zu werden und zu denken:
"Eigentlich müsste der Loop jetzt mal fertig werden."
Wer hätte gedacht, dass man sich freiwillig über Reihen, Maschen und Garnstärken Gedanken machen kann?
Das Verrückte ist: Ich kann eigentlich immer noch nur eine Handvoll Dinge.
✔ Rechte Maschen
✔ Linke Maschen
✔ Abketten
Und trotzdem sitze ich da und bewundere kunstvolle Tücher, Lochmuster und Farbverläufe, als wäre ich kurz davor, die Strickwelt zu erobern.
Ich weiß, dass die meisten erfahrenen Strickerinnen wahrscheinlich irgendwann genauso angefangen haben:
Mit einem viel zu großen Wollvorrat, einer viel zu langen Projektliste und einer sehr optimistischen Selbsteinschätzung.
Aber vielleicht ist genau das das Schöne daran.
Es geht gar nicht darum, sofort alles zu können.
Es geht darum, etwas Neues zu entdecken.
Etwas, das die Gedanken beschäftigt.
Etwas, das die Hände beschäftigt.
Etwas, das Freude macht.
Und ganz ehrlich?
Gerade in einer Zeit, in der mein Körper mir immer wieder zeigt, dass manches langsamer geht als früher, tut es gut, etwas gefunden zu haben, das genau dieses Tempo mitmacht.
Masche für Masche.
Reihe für Reihe.
Ohne Eile.
Und falls ihr mich also sucht:
Ich sitze vermutlich irgendwo mit einer Tasse Kaffee, einem Hund zu meinen Füßen, einer neuen Anleitung auf dem Tablet und einem Wollkorb, der inzwischen verdächtig groß geworden ist.
Der Loop wird übrigens bald fertig.
Wahrscheinlich.
Vielleicht.
Irgendwann.
🧶💜
Liebe Grüße aus der Selbsthilfegruppe der frisch infizierten Stricksüchtigen. 😘